Laotse Tao Te King (Richard Willhelm Übersetzung)
Laotse Tao Te King darf hier nicht fehlen. Kein anderes Werk beschreibt die komplexen Dinge so einfach.
Das besondere an diesem chinesischen Buch ist die für Chinesen untypische Art, Lehren mit einfachen Worten zu vermitteln. Normalerweise werden Weisheiten aus diesem Kulturbereich mit Geschichten erzählt, die mit geschichtlichen Ereignissen und Personen vermittelt werden. Das ist für uns aus dem westlichen Kulturkreis i.d.R schwer verständlich, da uns diese Informationen nicht gängig sind. Beispiel sind Bücher wie das Li Gi.
Im Folgenden ist die Übersetzung von Reinhard Willhelm zu lesen. Die Besonderheit an dieser Version ist, dass der Übersetzer das Wort "Tao" für uns Deutsche sinngemäß, nach seiner Interpretation übersetzt.
"Tao" kann "Sinn", "der richtige Weg", "die kosmische Kraft", "das Unaussprechliche oder Unbeschreibliche", "die innere Essenz", ... beudeuten. Man sieht, nicht so einfach.
Vorwort
Was wir von dem Verfasser der vorliegenden Aphorismensammlung historisch Beglaubigtes wissen, geht sehr eng zusammen. Es ist so wenig, daß die Kritik vielfach gar nichts mehr davon bemerkte und ihm samt seinem Werk im Gebiet der Mythenbildung den Platz anwies. Der Name Laotse, unter dem er in Europa bekannt ist, ist gar kein Eigenname, sondern ein Appellativum und wird am besten übersetzt mit "der Alte". Laotse stammt wohl aus der heutigen Provinz Honan, der südlichsten der sogenannten Nordprovinzen, und mag wohl ein halbes Jahrhundert älter gewesen sein als Kung (Konfuzius), so daß seine Geburt auf das Ende des 7. vorchristlichen Jahrhunderts fällt. Im Lauf der Zeit hatte er am kaiserlichen Hof, der damals in Loyang (in der heutigen Provinz Honan) war, ein Amt als Archivar bekleidet.
Als die öffentlichen Zustände sich so verschlimmerten, daß keine Aussicht auf die Herstellung der Ordnung mehr vorhanden war, soll Laotse sich zurückgezogen haben. Als er an den Grenzpaß Han Gu gekommen sei, nach späterer Tradition auf einem schwarzen Ochsen reitend, habe ihn der Grenzbeamte Yin Hi gebeten, ihm etwas Schriftliches zu hinterlassen. Darauf habe er den Tao te king, bestehend aus mehr als 5000 chinesischen Zeichen, niedergeschrieben und ihm übergeben. Dann sei er nach Westen gegangen, kein Mensch weiß wohin.